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Ausbau Zürich HB SZU: Bauen im Herzen der Stadt Zürich

Der Tiefbahnhof Zürich HB SZU ist für viele Fahrgäste ein selbstverständlicher Teil des Alltags – doch hinter den Kulissen stösst der Bahnhof längst an seine Grenzen. Deshalb wird er aktuell umfassend erneuert und ausgebaut.

Täglich steigen rund 40’000 Menschen im Tiefbahnhof Zürich HB SZU ein oder aus. Für viele ist der Bahnhof ein selbstverständlicher Teil ihres Alltags: der Weg zur Arbeit, der Anschluss an den Hauptbahnhof oder der Ausgangspunkt Richtung Uetliberg und Sihltal. Kaum sichtbar ist dabei, welche Bedeutung dieser Bahnhof für die Entwicklung der SZU und für den öffentlichen Verkehr im Raum Zürich hat und weshalb sein Ausbau zu den wichtigsten Infrastrukturprojekten der SZU gehört.

Der Tiefbahnhof Zürich HB SZU wurde 1990 in Betrieb genommen. Erst mit der Verlängerung der damaligen Sihltalbahn S4 und Uetlibergbahn S10 bis zum Hauptbahnhof erhielt die SZU den direkten Anschluss an das Zürcher S-Bahn-System. Davor endeten die Züge in Selnau. Für viele Fahrgäste bedeutete dies Umwege und zusätzliche Umstiege. Die Verbindung an den Hauptbahnhof veränderte die Rolle der SZU grundlegend. Aus einer regionalen Bahn wurde ein eng mit dem Zürcher Verkehrsnetz verflochtener Verkehrsträger.

Ein Bahnhof am Limit

Heute gehört der Bahnhof Zürich HB SZU zu einem der meistgenutzten Bahnhöfe im ZVV-Gebiet. Seit seiner Eröffnung haben sich die Fahrgastzahlen der SZU massiv erhöht. Waren es Anfang der 1990er-Jahre rund sechs Millionen Passagiere pro Jahr, transportieren die Linien S4 und S10 heute rund 15 Millionen Fahrgäste jährlich. Und die Nachfrage wächst weiter.
Diese Entwicklung zeigt sich besonders im Tiefbahnhof selbst. Der Mittelperron mit den Gleisen 21 und 22 ist rund 120 Meter lang und etwa zehn Meter breit. Vor allem während der Hauptverkehrszeiten stösst die Anlage zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen. Gleichzeitig entsprechen zentrale Teile des Bahnhofs nicht mehr den heutigen Anforderungen. So erlaubt der Perron bislang keinen vollständig barrierefreien Ein- und Ausstieg entlang der gesamten Zugslänge. Auch die Personenflüsse innerhalb des Bahnhofs geraten zunehmend an ihre Grenzen.

Mehr Platz, neue Zugänge und moderne Infrastruktur

Mit dem Ausbau und der umfassenden Erneuerung des Tiefbahnhofs schafft die SZU deshalb die Voraussetzungen für die nächsten Jahrzehnte. Der Perron wird verlängert und erhöht. Dadurch können künftig längere Züge eingesetzt und Fahrgäste hindernisfrei ein- und aussteigen. Zusätzlich entsteht mit dem neuen Aufgang «Limmat» ein dritter Zugang zwischen ShopVille und Perronhalle. Bestehende Aufgänge werden angepasst, die gesamte Perroninfrastruktur modernisiert und die Entrauchungsanlage neu erstellt. Sichtbar wird das Projekt vor allem an den neuen Zugängen und Fahrtreppen. Tatsächlich greift der Umbau jedoch tief in die technische und bauliche Substanz des Bahnhofs ein.

Gerade diese Eingriffe machen das Projekt aussergewöhnlich komplex. Der Bahnhof Zürich HB SZU liegt rund 13 Meter unter dem Bahnhofplatz, eingebettet zwischen bestehender Infrastruktur, Gebäuden und Verkehrsanlagen. Im Norden grenzt unmittelbar die Durchmesserlinie der SBB an, südlich befinden sich die Untergeschosse des Gebäudes «Habis Royal» und östlich grenzt die Perronhalle an die Strassenunterführung Bahnhofquai. Der Platz ist knapp. Lagerflächen gibt es kaum. Viele Arbeiten müssen in genau definierten Abfolgen erfolgen. Hinzu kommt die besondere Lage mitten im grössten Bahnhof der Schweiz. Rund um den Tiefbahnhof bewegen sich täglich mehrere hunderttausend Menschen. Gleichzeitig laufen dort zahlreiche technische Systeme parallel: Bahnbetrieb, ShopVille, Lüftung, Sicherheitseinrichtungen, Energieversorgung und Kundeninformation. Über 25 Partner und Dienstleistende sind direkt in das Projekt involviert. Die Koordination der Arbeiten, Interessen und Abläufe ist entsprechend aufwendig. Auch die Logistik stellt hohe Anforderungen. Materialtransporte können nur per Bahn erfolgen. Besonders sichtbar wurde dies Ende 2025 beim Einbau der neuen Fahrtreppen für den Aufgang «Limmat». Die je rund zehn Tonnen schweren Anlagen wurden nachts per Bahn in den Tiefbahnhof transportiert und dort millimetergenau eingebaut.

Weshalb die Totalsperrung notwendig ist

Unter diesen Bedingungen ist auch die Totalsperrung zwischen Zürich HB und Zürich Selnau notwendig. Von Ende April bis Mitte Oktober 2026 bleibt der Tiefbahnhof für den Bahnverkehr vollständig geschlossen. Während dieser Zeit wenden die Linien S4 und S10 in Zürich Selnau beziehungsweise Zürich Saalsporthalle. Die Sperrung ermöglicht es, Arbeiten auszuführen, die unter laufendem Betrieb nicht realisierbar wären. Während verschiedener Bauphasen stehen zentrale Sicherheitssysteme nicht zur Verfügung. Gleichzeitig fehlen Fluchtwe-ge und der Publikumszugang zur Perronhalle, da Treppenanlagen und Fahrtreppen umgebaut werden. Auch beim Ersatzverkehr stiess die Planung an klare Grenzen. Ein klassischer Bahnersatz mit Bussen hätte im bereits stark belasteten Stadtzentrum keine stabile Lösung geboten. Stattdessen setzt die SZU gemeinsam mit ihren Partnern bewusst auf bestehende Tramverbindungen sowie auf klar signalisierte Fusswege. Ziel ist ein mög-lichst verlässliches Gesamtsystem – auch wenn dies für viele Fahrgäste temporär etwas längere Reisezeiten bedeutet.

Ein wichtiger Baustein für die Zukunft

Langfristig soll sich dieser Aufwand auszahlen. Nach Abschluss der Arbeiten profitieren die Fahrgäste von mehr Platz, besseren Personenflüssen und einem vollständig barrierefreien Bahnhof. Gleichzeitig schafft das Projekt eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung der SZU. Der Ausbau des Bahnhofs Zürich HB SZU ist eng mit dem Modernisierungsprogramm SZU_4.0 verknüpft. Dieses umfasst Investitionen in Infrastruktur, neue Fahr-zeuge und Angebotsausbauten im gesamten Netz. Denn die Nachfrage im öffentlichen Verkehr wächst weiter. Damit die SZU ihre Fahrgäste künftig verlässlich, pünktlich und mit ausreichend Kapazität transportieren kann, braucht es nicht nur neue Züge oder zusätzliche Doppelspurabschnitte. Es braucht auch leistungsfähige Bahnhöfe. Der Ausbau des Tiefbahnhofs Zürich HB SZU ist deshalb weit mehr als ein einzelnes Bauprojekt. Er ist ein zentraler Baustein für die zukünftige Entwicklung der SZU.

Weitere Informationen zum Projekt
Weitere Informationen zur Totalsperrung

Mehr vom Leben – der SZU Podcast

Episode 1: Bauen im Herzen der Stadt Zürich
Im Gespräch mit Mischa Nugent

Der Tiefbahnhof Zürich HB SZU gehört für viele zum Alltag – stösst aber an seine Grenzen. In der ersten Folge des SZU Podcasts spricht Direktor Mischa Nugent über den Ausbau des Bahnhofs: Warum braucht es die Totalsperrung zwischen Zürich HB SZU und Zürich Selnau? Was wird gebaut – und was bringt es langfristig? Wir werfen einen Blick auf die Herausforderungen des Bauens mitten in der Stadt und zeigen, warum dieses Projekt zentral für die Zukunft der SZU ist.

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