Robins Reise durch die SZU
Was braucht es alles für einen reibungslosen Bahnbetrieb? Lokführer Robin Weiss besucht verschiedene Abteilungen innerhalb der SZU und erfährt, welche Personen im Hintergrund wirken.
Zur ÜbersichtZum Abschluss der Beitragsreihe durch die SZU trifft Lokführer Robin Weiss auf Mischa Nugent und erfährt, was ein Direktor so tut.
Grundsätzlich gebe ich mit dem Team der Geschäftsleitung die Richtung vor, in die wir als Unternehmen gehen. Ich sehe meine Aufgabe darin, in die Zukunft zu blicken und die Organisation weiterzuentwickeln, um die zukünftigen Herausforderungen zu meistern. Gleichzeitig gibt es viele operative Themen, zu denen ich die verschiedenen internen und externen Stakeholder an einen Tisch bringe, um gemeinsam Lösungen zu finden. Dies geschieht in engem Austausch mit Bestellern, der Politik oder der Öffentlichkeit.
Am meisten Spass macht mir die Zusammenarbeit mit Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen und Berufsgruppen. Inhaltlich ist mein Job sehr facettenreich, nur schon, da wir eine Eisenbahn, eine Seilbahn und ein Busnetz betreiben. So werde ich an einem Tag mit Themen konfrontiert, die von Seilbahnstützen über Pensionskassenfragen oder die Mittelspannung des Trafos für die Dekarbonisierung des Zimmerbergbusses reichen bis hin zu komplexen Fragestellungen bei unseren zahlreichen Bauprojekten. Es ist motivierend, gemeinsam Lösungen zu finden.
Ein wichtiger Teil meiner Arbeit ist die Kommunikation, beispielsweise an unseren Informationsanlässen, bei denen wir Anwohnende über anstehende Projekte informieren, ihre Ängste und Bedürfnisse abholen und anschliessend gemeinsam mit den diversen Ämtern und Behörden Lösungen finden müssen.
Da ich pendle, beginnt mein Arbeitstag, wenn ich von zuhause loslaufe zum Bahnhof und mich auf den Tag einstimme. Im Zug von Liestal nach Zürich erledige ich meine E-Mails und bin dann bereit für den Tag, der oft aus Meetings mit Mitarbeitenden oder den Behörden und Bestellern besteht. Dazu gehört auch, ab und zu bei einem Mittagessen Netzwerke zu pflegen. Weiter bin ich involviert in strategische und konzeptionelle Arbeiten, bei denen ich kreativ nach Lösungen suchen darf. Diese Arbeit endet natürlich nicht um 17 Uhr. Diese Themen und Gedanken begleiten mich auch, wenn ich am Wochenende beispielsweise im Wald unterwegs bin. Da kann ich am besten nachdenken.
Eine grosse Herausforderung ist der Platzmangel, denn wir bauen mitten in der Stadt oder in geschützten Naturräumen. Die Logistik für die vielen Ausbauprojekte erfordert eine minutiöse Planung. Es gibt tausend offene Fragen, die wir lösen müssen. Das bedeutet einen sehr hohen Planungsaufwand und massive Einschränkungen in der Umsetzungsphase.
Dazu haben wir als SZU sehr unterschiedliche und teils widersprüchliche Bedürfnisse der verschiedenen Anspruchsgruppen. Ein Beispiel: Für die Kundinnen und Kunden sollten wir am besten ohne Angebotseinschränkungen in der Nacht bauen – für die Anwohnenden wären jedoch kurze Bauphasen und Bauen am Tag besser. Dies würde jedoch Sperrungen bedingen, was wiederum zu grossen Einschränkungen für die Mobilität in der Stadt führen würden. Hier müssen wir Interessen abwägen und die bestmöglichen Lösungen finden.
Das ist eine einfache Frage: mit allen!
Die SZU ist eine kleine, überschaubare Bahn im Herzen der grössten Stadt der Schweiz. Gleichzeitig sind wir eine vollintegrierte Bahn und müssen sämtliche Vorgaben und Vorschriften einhalten, wie das auch die SBB muss. Dazu verantworten wir ein mittelgrosses Busnetz und die reizendste Seilbahn der Schweiz.
Eine spannende Frage! Schliesslich gibt es keinen offiziellen Ausweis für Eisenbahndirektor:innen. Eine ausgewogene Mischung aus Menschenliebe, Offenheit, Gelassenheit, Durchsetzungsvermögen und Ausdauer sind wichtige Grundlagen. Meine Ausbildung zum Eisenbahnbetriebsdisponenten und über 33 Jahre Erfahrung in der Eisenbahnwelt haben mir sicher geholfen, das Geschäft zu verstehen und ein breites Netzwerk aufzubauen. Dazu braucht man Visionen und konzeptionelle Fähigkeiten, um komplexe Fragestellungen zu strukturieren. Ein bisschen Mut und gute Kommunikationsfähigkeiten helfen auch.
Unser Auftrag der Besteller ist es, das heutige Angebot auf der S10 und der S4 in rund sechs Jahren um 30 Prozent zu steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir einerseits alles modernisieren und gleichzeitig die Organisation als Ganzes weiterentwickeln. Das bedeutet für unsere Mitarbeitenden grosse Veränderungen, weil sich Arbeitsprozesse verändern und neue Kompetenzen gefragt sind.
Wir achten darauf, dass wir den Mitarbeitenden Sorge tragen und sie gesund bleiben in diesem Modernisierungsprozess. Dafür haben wir unter anderem auch zahlreiche Angebote zur Gesundheitsförderung, sei es im Bereich der Arbeitsergonomie oder der psychischen Gesundheit, bei denen wir die Mitarbeitenden mit unserem Sozialdienst begleiten.
Ich hoffe, vieles! Für mich ist der Fokus auf unsere Kultur und Werte zentral. Unsere Pflicht ist es, aufzuzeigen, wo wir uns befinden auf der Reise. Ich bin überzeugt, dass unsere Werte Offenheit, Teamgeist, Engagement und Verlässlichkeit die essentiellen Grundlagen sind. Dafür setzte ich mich täglich ein und versuche, mit gutem Vorbild voranzugehen.
Dazu gehört auch, über unsere Projekte transparent zu informieren. Ich denke, das sind wir unseren Anspruchsgruppen schuldig. Wir müssen jederzeit offen und klar kommunizieren, auch wenn wir noch nicht genau wissen, was jetzt beispielsweise während einer Störung an der Weiche falsch ist. In der Vergangenheit wollte man immer zuerst alle Infos sammeln, bevor man kommunizierte. Das wollen wir ändern.
Im beruflichen Umfeld finde ich es toll, wenn Mitarbeitende mit Freude eine tolle Idee mutig umsetzen. Einfach auch mal etwas ausprobieren und wagen. Und sonst mit Salami 😉
Das ist keine einfache Frage. Vielleicht, dass man denkt, dass der Direktor alles weiss, was definitiv nicht der Fall ist. Oder dass der Direktor alles entscheiden und delegieren kann. Ich kann selbstverständlich nicht alles frei entscheiden und muss beispielsweise oft regulatorische Rahmenbedingungen mit vielen Vorschriften berücksichtigen. Natürlich habe ich einen grossen Entscheidungsspielraum im Rahmen meines Auftrags. Aber irgendjemand muss dann meine Entscheidungen umsetzen. Und deswegen möchte ich eigentlich die Leute motivieren, dass sie selbst entscheiden im Sinne der Richtung, die wir vorgegeben haben.
Was braucht es alles für einen reibungslosen Bahnbetrieb? Lokführer Robin Weiss besucht verschiedene Abteilungen innerhalb der SZU und erfährt, welche Personen im Hintergrund wirken.
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