Interview mit der Fachspezialistin Umwelt Franziska Nyfeler

Fränzi Nyfeler / Fachspezialistin Umwelt

Seit November 2020 arbeitet Franziska Nyfeler als Fachspezialistin Umwelt bei der SZU. Beim Ingenieurbüro Basler & Hofmann AG sammelte sie während rund 12 Jahren Erfahrungen in den Bereichen Umweltplanung, Umweltbaubegleitung, Bodenschutz und bodenkundliche Baubegleitung. Diese und noch viel mehr bringt sie nun erfolgreich in ihren vielfältigen Aufgabenbereich bei der SZU ein.

 

«In meiner Tätigkeit ist lösungsorientiertes Arbeiten zugunsten der Umwelt und des Projekts unabdingbar.»

Können Sie uns Ihre Arbeit als Fachspezialistin Umwelt bei der SZU in wenigen Sätzen beschreiben?
Meine Aufgabe ist es, umweltrelevante Themen in allen Phasen eines Projekts – also von der Projektierung, Ausschreibung, Realisierung, bis zur Inbetriebnahme – einzubringen. Weiter arbeite ich bei der strategischen Ausrichtung der SZU in Bezug auf Umweltthemen mit und unterstütze das Unterhaltsteam bei umweltspezifischen Fragestellungen.

Welche drei Fähigkeiten muss eine Fachspezialistin Umwelt also zwingend mitbringen?
In erster Linie erfordert diese Position ein fundiertes Fachwissen im Bereich der Umweltgesetzgebung. Zudem sollte man ein Verständnis für die Anliegen aller Projektbeteiligten mit sich bringen. Zu guter Letzt ist lösungsorientiertes Arbeiten zugunsten der Umwelt und des Projekts unabdingbar.

In welchen Phasen eines Bauprojekts werden Sie hinzugezogen und welche Gesichtspunkte bzw. Ziele sind dabei besonders wichtig?
Bei der SZU werde ich gleich beim Start eines Projekts hinzugezogen. Somit kann ich schon frühzeitig auf wichtige oder heikle Umweltaspekte aufmerksam machen. Dies hat den Vorteil, dass sich allfällige Zusatzkosten im weiteren Projektverlauf einplanen lassen und frühzeitig mit betroffenen Beteiligten Kontakt aufgenommen werden kann.

Inwieweit kommen Ihnen die Erfahrungen aus Ihren vorhergehenden Berufen in der aktuellen Stelle bei der SZU zugute?
Meine Laborerfahrung hilft mir bei allfälligen Probenahmen, z.B. von Gleisschotter, und dem Verständnis für die entsprechende Analytik. Meine praktischen Kenntnisse sowie mein fundiertes Wissen in der Umweltplanung und Umweltbaubegleitung ermöglichen mir, ein Verständnis für die Anliegen von Bauleitern und Unternehmern aufzubringen. Es gibt keine Projekte, die absolut reibungslos verlaufen. Umso wichtiger ist es, bei Problemen gemeinsam mit den Bauherren, Bauleitern und Unternehmern pragmatische Lösungen zu finden.

Welcher Aspekt ist Ihnen bei einem Bauprojekt im Vergleich zu anderen Beteiligten besonders wichtig?
In den letzten Jahren hat der Umweltschutz auf der Baustelle an Bedeutung gewonnen. Es erfordert ein grosses Fachwissen, Baustellenprobleme zu lösen oder Umweltmassnahmen, die ein Projekt erst bewilligungsfähig machen, zu realisieren. Die Umweltgesetze müssen bei jedem Projekt berücksichtigt und eingehalten werden. Hierbei unterstütze ich die Projekt- und Bauleiter sowie die Unternehmer mit meiner Arbeit und meinem Fachwissen.

Ist es vorstellbar, dass Ihre Ideen als Umweltspezialistin im Gegensatz zu einem Bauprojekt stehen (z.B. Timing, technische Machbarkeit, Kosten)?
Das kann vorkommen. Insbesondere, wenn Umweltmassnahmen nicht in die Projektkosten miteinberechnet wurden oder die Ausführungsphase zeitlich knapp berechnet ist. Dann gilt es, gemeinsam pragmatische Lösungen sowohl zugunsten des Projekts als auch der Umwelt zu erarbeiten.

Sie engagieren sich beruflich für die Umwelt. Wie tragen Sie privat zum Umweltschutz bei?
Ich kaufe möglichst saisonal ein und achte auf biologisch hergestellte Produkte. Zudem trage ich mit meinem frisch angelegten Garten auf kleinster Fläche etwas zur Biodiversität bei.

Wie werden beispielsweise die Anwohner der Fahrbahn Giesshübel über die Bauarbeiten auf dem Laufenden gehalten?
Wir informieren die Anwohner stets in mehreren Schritten. Neben kontinuierlichen Anwohnerschreiben berichten wir an einer öffentlichen Infoveranstaltung sowie in Form von Medienmitteilungen und Lärminseraten. Zudem finden die Anwohner und weitere Interessierte auf unserer Website eine Projektbeschreibung mit entsprechenden Updates und Informationen zum aktuellen Stand der Bauarbeiten.

Was wird während der Erneuerungen der Fahrbahn und Brücken getan, um den Baulärm für die Anwohner in einem vertretbaren Rahmen zu halten?
Arbeitsabläufe und Bauverfahren werden fortlaufend angepasst und verbessert. Zudem wird darauf geachtet, dass Arbeiten mit hohen Lärmemissionen gleichzeitig durchgeführt werden und das Baustellenpersonal lärmmindernd arbeitet. Ergänzend werden die Anwohner über bevorstehende lärmintensive Bauarbeiten in Form von Anwohnerschreiben oder über die Website der SZU informiert.

Die SZU befindet sich gerade in einem grossen Modernisierungsprozess. Können Sie uns hierzu bereits einen kurzen Ausblick auf das Jahr 2022 geben?
Es werden weitere Projekte wie der «Spurwechsel Google» oder die «Umstellung Stromversorgung der S10» folgen. Die SZU möchte ein modernes Bahnunternehmen sein, bei dem die Kundenzufriedenheit stets im Zentrum steht.

Welches Projekt ist in der Schweiz bezüglich Umwelt ein Vorzeigemodell?
Da gibt es sicher einige. Ich nenne hier ein Projekt, welches ich im Rahmen meiner früheren Anstellung begleiten durfte: die Tangente Zug–Baar. Das Projekt wurde auf einer «grünen» Wiese entlang einer Grundwasserschutzzone erstellt. Dies erforderte verschiedene Schutz- und Aufwertungsmassnahmen: u. a. wurde auf einen genügend grossen Abstand zur Grundwasserschutzzone geachtet, damit die hohe Qualität des Trinkwassers garantiert werden konnte. Mit dem abgetragenen Boden wurde entsprechend sorgsam umgegangen und verschiedene eingedolte Bäche wurden geöffnet und renaturiert.

Fachspezialistin Umwelt Franziska Nyfeler im Interview

Seit November 2020 arbeitet Franziska Nyfeler als Fachspezialistin Umwelt bei der SZU. Nach ihrer Lehre als biomedizinische Analytikerin am Unispital Zürich und einigen Jahren beruflicher Tätigkeit im Labor der Klinischen Chemie studierte sie an der Fachhochschule ZHAW Umweltingenieurin. Bald darauf trat sie eine Stelle beim Ingenieurbüro Basler & Hofmann AG an. Dort sammelte sie während rund 12 Jahren Erfahrungen in den Bereichen Umweltplanung, Umweltbaubegleitung, Bodenschutz und bodenkundliche Baubegleitung. Diese und noch viel mehr bringt sie nun erfolgreich in ihren vielfältigen Aufgabenbereich bei der SZU ein.

Franziska Nyfeler SZU Bahnhof Giesshübel
Giesshübelbrücke
Geleise Gegend Giesshübel