Für eine Mobilität ohne Hindernisse

Für eine Mobilität ohne Hindernisse

Die Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU passt derzeit ihre Haltestelle Zürich Manegg der Sihltalbahn S4 an die Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG) sowie an moderne Anforderungen an.  Während der geplanten Bauzeit von Ende März bis Herbst 2021 kommt es auf der Strecke Zürich Brunau bis Sihlwald zeitweise zu Sperrungen der Fahrbahn. In dieser Zeit sorgt die SZU für einen reibungslosen Bahnersatzbetrieb mit dem Bus.

Für eine Mobilität ohne Hindernisse

Nur wenige Bahnminuten vom Zürcher Zentrum, wo früher einst die Produktionshallen der Sihl-Papierfabrik am Fuss des Uetlibergs standen, erstreckt sich seit 2015 die Überbauung Greencity. Neben Wohnungen für Singles, Paare, Familien und Senioren, gibt es dort zahlreiche Geschäfte, Dienstleistungsgebäude, ein Hotel und sogar eine Schule. Das Besondere daran: Greencity ist ein Modell für die Stadt der Zukunft und setzt bereits über die Zürcher Stadtgrenzen hinaus wichtige Impulse. Denn auf dem ersten Schweizer Areal, das konsequent nach den Zielbestimmungen der 2000-Watt-Gesellschaft errichtet wurde, wird eine neue Form des urbanen Lebensstils gelebt: inspirierend, zukunftsweisend und vor allem nachhaltig. Sämtliche Gebäude wurden in modernsten Energiestandards realisiert. Dank der eigenen S-Bahn-Haltestelle Manegg ist die Greencity auch in Sachen Mobilität ganz den Prinzipien der Nachhaltigkeit verpflichtet. Auf den Fahrbahnen der SZU sind die Fahrgäste mit der roten S4 durch das idyllische Sihltal in nur wenigen Minuten im Zürcher Stadtzentrum. Für noch mehr Komfort durch barrierefreies Reisen, erneuert die SZU derzeit die Station Manegg nach den Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG).

So sieht die neue Haltestelle in der Manegg aus

Barrierefrei, zeitlos und nachhaltig

Für Fahrgäste mit einer Gehbehinderung ist das Reisen im öffentlichen Verkehr oftmals eine grosse Herausforderung: der Zustieg zu den Gleisen ist nur über eine Treppe möglich, meist zu hoch und es ist kein Lift in Sicht. Das BehiG hält daher fest, dass der öffentliche Verkehr bis spätestens Ende 2023 den Bedürfnissen der mit einer Behinderung oder aufgrund des Alters eingeschränkten Reisenden entsprechen muss. Auch die Station Manegg soll diesen Vorgaben gerecht werden und sämtliche Kundenbedürfnisse abdecken. Zur besseren Erschliessung wird der Perron daher nicht am bestehenden Ort westseitig des Gleises erhöht, sondern auf der anderen Seite des Gleises neu erstellt. Der Zugang zum Bahnsteig erfolgt seitlich über zwei Festtreppen und stirnseitig über zwei behindertengerechte Rampen. Letztere kommen auch Leuten mit Gepäck, Kinderwagen oder einem eingegipsten Bein zugute. Dem Komfort der Fahrgäste dienen zusätzliche Sitzgelegenheiten und eine Möblierung, die die Station deutlich aufwertet. Als Witterungsschutz erhält der neue Perron eine 125 Meter lange, begrünte Überdachung. «Neben vielen Vorteilen wie einem gewissen Masse an Schallschutz oder der Regenwasserspeicherung, schafft sie auch neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen und hebt die nachhaltige Greencity optisch noch mehr hervor», bestätigt Oberbauleiter Fridolin Leuzinger.

Drohnenaufnahme Haltestelle Manegg

Das Bauprogramm wurde überarbeitet

Noch bis Ende März werden Bauarbeiten vorgenommen, die in einem grösseren Abstand zum Gleis und deshalb ausschliesslich tagsüber durchgeführt werden können. In der nächsten Bauphase von April bis Juli tangiert der Neubau den Gleisbereich. Dies hat zur Folge, dass die Strecke Zürich Brunau bis Sihlwald an verschiedenen Daten gesperrt werden muss. Währenddessen sorgt die SZU für einen reibungslosen Bahnersatzbetrieb mit dem Bus. Um nicht nur die Bauphase, sondern auch die Dauer der Sperrungen zu verkürzen, müssen vermehrt auch Abend- und Nachtschichten vorgenommen werden. Dank sorgfältiger Überarbeitung des Bauprogramms nach der ersten Bauetappe im November 2020, haben die Bauherrschaften in Zusammenarbeit mit der ausführenden Bauunternehmung nach Lösungen gesucht, die lärmintensiven Arbeiten in die Wochenendsperrungen zu verlegen. Künftig wird somit ein Teil der lärmintensiven Nachtarbeiten auf den Tag oder in die vorgesehenen Wochenendsperren verlegt. Zudem wird in dicht getakteten Bauetappen gearbeitet, damit der Umbau in möglichst kurzer Zeit stattfinden kann. Leider lässt sich der Bau- und Abrisslärm bei solch weitgreifenden Erneuerungen nicht vollständig vermeiden.

Manegg Baustelle

Mit der SZU in Richtung Zukunft

Die SZU freut sich, dass sie ihren Fahrgästen und den Bewohnern der Greencity nach Abschluss der Umbauten eine behindertengerechte und attraktiv gestaltete Haltestelle präsentieren kann. Im Vergleich zur alten Station fügt sich das zeitgemässe Design der neuen Haltestelle ausgezeichnet in die urbane Umgebung ein und wertet das moderne Stadtbild der Greencity zusätzlich auf. Ebenso erfreulich ist, dass nach der Erneuerung der Haltstelle Manegg bereits zwei Drittel aller SZU-Stationen an die Vorgaben des BehiG angepasst sein werden.

Bild Fridolin Leuzinger

 

«Die Lage vom Perron inmitten der Überbauung ist eine Herausforderung.»

Der Oberbauleiter spricht über die Erneuerung der Haltestelle Zürich Manegg:

Die Erneuerung der Haltstelle Manegg ist Ihr erstes Projekt für die SZU. Wie war Ihr Start bei der SZU?
Der Start war bereits sehr arbeitsintensiv. Da ich aber schon seit Juli 2019 in einem Pensum von 50 Prozent für die SZU tätig bin und bereits diverse Ansprechpartner in den Abteilungen und Projekten kennenlernen konnte, fiel mir der Einstieg leicht.

Welches ist die grösste Herausforderung bei diesem Projekt?
Die Lage vom Perron inmitten der Überbauung mit kleinen Umschlagflächen und belebtem Zentralplatz stellen für die beteiligten Unternehmen wie auch für die Bauleitung eine besondere Herausforderung in der Koordination dar.

Was wird getan, um den Baulärm in einem vertretbaren Rahmen zu halten?
Nachdem die Rammarbeiten für die Sicherung vom Schotterbett im letzten Herbst sehr lärmintensiv waren, haben sich die Bauleitung seitens SZU wie auch Losinger Marazzi über die Wintermonate Gedanken gemacht, wie die Anwohner bezüglich des Lärms am besten entlastet werden können. Da die Linie S4 für die Bewohner und Arbeitnehmende im Sihltal sehr wichtig und beliebt ist, können für die Arbeiten am Perron keine längeren Zugersatzmassnahmen eingeführt werden, was nötig wäre, damit die Bauarbeiten tagsüber stattfinden könnten. In Zusammenarbeit mit dem ausführenden Bauunternehmen wurde daher die Massnahme mit den Wochenendarbeiten ausgearbeitet.

Zu welchen Zeiten wird an den Wochenendsperren gearbeitet?
Die Arbeiten starten am Freitagabend jeweils um zirka 20 Uhr und enden am Montagmorgen gegen 4.30 Uhr. In der Detailplanung der Wochenendarbeiten wird noch versucht, Zeitfenster in den Nächten zu schaffen, in denen nicht oder nur reduziert gearbeitet wird.

Wie hoch sind die Chancen, dass die Bauarbeiten früher oder später als geplant abgeschlossen sind?
Zum jetzigen Projektzeitpunkt sind solche Prognosen schwierig zu stellen. Mit den geplanten Wochenendarbeiten wurden Massnahmen getroffen, die das Bauprogramm sinnvoll ergänzen und die Lärmbelastung für die Anwohner ganzheitlich betrachtet, etwas geringer halten. Das bedeutet jedoch, dass sämtliche Vorarbeiten getätigt sein müssen, um die Arbeiten an den Wochenenden in vernünftiger Form auszuführen. Die Gleisbauarbeiten, die nötig sind, damit der Perron nach dem BehiG-Standard betrieben werden kann, stehen in Zusammenhang mit Gleis- und Strassensperrungen, die eine längere Vorlaufzeit benötigen. Daher können mögliche Zeitgewinne leider nicht weiter genutzt werden.

Was kostet das Projekt?
Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 3,7 Millionen Franken.

Haben Sie schon ähnliche Projekte betreut und welche Erfahrungen nehmen Sie davon ins neue Projekt mit?
Der Neubau eines Perrons ist für mich etwas Neues. Ich habe in meiner bisherigen Laufbahn jedoch schon mit diversen Tätigkeiten, die in einem solchen Neubau enthalten sind, Erfahrungen sammeln können. Dazu zählen der Tiefbau mit Baugruben sowie Grabarbeiten für die Erschliessung mit den verschiedenen Werken (z.B. Wasser, Strom, Entwässerung). Zudem habe ich als Projektleiter schon diverse Bauten im Gleisbau, sowohl auf Strecken als auch im Bereich von Bahnhöfen, begleiten und umsetzen können.

Wohnen Sie selbst in Gleisnähe und waren als Anwohner schon von Bauarbeiten betroffen?
Ja, ich habe zirka ein Jahr lang an der Hauptverbindung Zürich – Chur am Walensee gewohnt. In dieser Zeit fanden dort auch Unterhaltsarbeiten an der Haltestelle sowie am Gleisbett statt.

Der Oberbauleiter Fridolin Leuzinger im Interview

Nach jahrelanger Erfahrung als Bauführer im Gleisbau bei der SBB und der Schweizerischen Südostbahn (SOB), startete Fridolin Leuzinger am 1. Februar 2021 als Oberbauleiter in der Abteilung Bau, Ausführung der SZU. Dort plant und setzt er derzeit die Erneuerungen der Haltestelle Zürich Manegg in der Greencity um. Gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin und seinen zwei Kindern lebt er im schönen Kanton Glarus.

Reportage und Interview

Reportage und Interview (en)

Haltestelle Zürich Manegg

Dank der eigenen S-Bahn-Haltestelle Zürich Manegg ist die Greencity auch in Sachen Mobilität ganz den Prinzipien der Nachhaltigkeit verpflichtet. Die Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU passt derzeit die Haltestelle an die Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG) sowie an moderne Anforderungen an.