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Unterseite Anwohner Manegg

Im Süden der Stadt Zürich, wo einst die Produktionshallen der Sihl-Papierfabrik standen, erstreckt sich heute die Überbauung «Green City» mit mehr als 700 Wohnungen und bis zu 2500 Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Mittendrin befindet sich die Haltestelle Zürich Manegg der Sihltalbahn S4. Sie muss erneuert werden.

Erneuerung Haltestelle Zürich Manegg

Mit dem Projekt passt die Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU die Station an die Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG) an. Zur besseren Erschliessung wird der Perron dabei nicht am bestehenden Ort erhöht, sondern auf der anderen Seite des Gleises neu erstellt. Der Zugang zum Perron erfolgt zukünftig stirnseitig über zwei behindertengerechte Rampen und seitlich über zwei Festtreppen. Dem Komfort der Fahrgäste dienen zusätzliche Sitzgelegenheiten und eine moderne Perronmöblierung. Als Witterungsschutz wird der Perron 125 Meter lang überdacht.

Bauarbeiten 15.2. bis 28.3.2021, Tagarbeiten
Anwohnerschreiben Januar 2021

Bauarbeiten ab Ende März 2021. Tag- und Nachtarbeiten
Anwohnerschreiben März bis Juli 2021

Die SZU informiert im Juni über weitere, bis Anfang Herbst anstehende Arbeiten.

Feedback

Für Fragen und/oder Hinweise stehen wir Ihnen unter projekte-infrastruktur(at)szu(dot)ch gerne zur Verfügung.

Weshalb wird überhaupt gebaut?

Die SZU muss die Haltestelle an die Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG) anpassen. Dieses verlangt, dass Publikumsanlagen bis Ende 2023 die Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter Personen erfüllen (u.a. Perronhöhe, hindernisfreier Zugang). Zur besseren Erschliessung wird der Perron dabei nicht am bestehenden Ort erhöht, sondern auf der anderen Seite des Gleises neu erstellt.

Wird das neue Perrondach begrünt?

Ja, dieses Dach wird begrünt. Ein spezielles Substrat sorgt dafür, dass auf dem Dach «minimal» Pflanzen spriessen, die bei Trockenheit wüstenähnlich ausdürren und sich bei Regenfall wieder erholen. Es gilt zu verhindern, dass die Pflanzen auswuchern. Vorteile einer Dachbegrünung (Quelle: Grün Stadt Zürich):

  • Lebensräume für Tiere und Pflanzen; Ausgleichsflächen können geschaffen werden
  • Regenwasserspeicherung/-abflussverzögerung
  • Mikroklimatischer Ausgleich: Temperaturextreme, Strahlungsbilanz, Verdunstung, Filterwirkung
  • Erhöhter Schallschutz
  • Staubbindung
  • Schutz der Dachhaut
  • Stadtbild: optische Aufwertung einsehbarer Flächen

Werden Schallschutzmassnahmen in das neue Perrondach integriert?

Nein, das ist nicht vorgesehen. Eine Lärmschutzmassnahme am Perrondach bringt kaum eine Lärmreduktion. Da die Haltestelle in einer Geraden liegt und auch kein nennenswertes Gefälle vorliegt, ist die Lärmentwicklung jedoch wesentlich günstiger als bei Haltestellen in Kurven.

Lärmschutzmassnahmen wie Schutzwände – im vorliegenden Fall wäre dies der Personenunterstand – schirmen Lärm nur bis zur Oberkante der Wand ab, was im Bereich Greencity mit den mehrstöckigen Gebäuden keinen nennenswerten Effekt hat. Zudem müssten beide Gleisseiten mit Schutzwänden versehen werden. Ebenfalls nicht zu unterschätzen sind die Lärmreflektionen, die zwischen den Gebäuden entstehen. Einen positiven Effekt auf den Schallschutz hat jedoch die Perrondachbegrünung.

Wird man den neuen Perron auf der gesamten Länge oder nur stirnseitig bzw. bei den einzelnen Aufgängen betreten können?

An den beiden Stirnseiten sind Rampen vorgesehen. Zusätzlich führen zwei Treppenaufgänge vom Areal her direkter auf den neuen Perron.

Werden mit der neuen Haltestelle die Abfolge und die Dauer der Barrierenschliessungen geändert? Wenn nein, weshalb nicht?

Nein, es wird keine Anpassung am Regime der Sicherungsanlagen geben.

Siehe auch Begründung Stadtrat auf Anfrage SZU: https://bit.ly/3heTwdG

 

Was passiert eigentlich mit dem alten Perron der Haltestelle Zürich Manegg? Wird dieser zurückgebaut oder gibt es einen beidseitigen Ein-/Ausstieg?

Der Ein-/Ausstieg wird nur auf dem neuen Perron möglich sein. Der alte Perron wird ausser Betrieb genommen und mit einem Zaun abgesperrt, da er nicht den Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG) entspricht. Die Flächen zwischen Zaun und Liegenschaften werden für die Anwohnerinnen und Anwohner attraktiv gestaltet bzw. es entstehen neue, ökologisch vielfältige Grünflächen, die zum Verweilen einladen.

 

Weshalb baut die SZU nicht vorwiegend tagsüber und senkt damit die Belastung für die Anwohnerinnen und Anwohner?

Die Sihltalbahn S4 und die Uetlibergbahn S10 gehören zu den meistgenutzten Bahnlinien im Kanton Zürich und die SZU hat die gesetzliche Pflicht, einen Transport anzubieten. Je nach Streckenabschnitt lassen sich angemessene Bahnersatzmassnahmen wegen der vielen Fahrgäste tagsüber logistisch kaum bewältigen. Das hat zur Folge, dass dann gebaut werden muss, wenn weniger Fahrgäste unterwegs sind, sprich während Ferienzeiten oder abends/nachts.

Weshalb wird in den warmen Sommermonaten, wo viele Leute ihre Fenster geöffnet halten, und nicht im Winter gebaut?

Zum einen kann nicht bei jeder Temperatur und Witterung gebaut werden, und zum anderen soll gebaut werden, wenn am wenigsten Passagiere betroffen sind. Dies ist üblicherweise in den Sommer- oder Herbstferien der Fall.

Weshalb wurde die Haltestelle Zürich Manegg nicht schon beim Bau der Greencity, sprich vor dem Einzug der Bewohnerinnen und Bewohner, erneuert?

Um ein möglichst optimales Ergebnis für sowohl Fahrgäste als auch Anwohnerinnen und Anwohner zu erzielen, sind teils unterschiedliche Bewilligungsverfahren und -behörden mit vielen Involvierten erforderlich. Leider war es in Zürich Manegg nicht möglich, den Bau der Greencity und die Erneuerung der Haltestelle zeitgleich auszuführen.

Wieso wurde für die Bauarbeiten keine mobile Lärmschutzwand errichtet?

Der Einsatz von mobilen Lärmschutzwänden wurde geprüft. Solche hätten aber kaum einen Effekt auf die Lärmreduktion, da der Lärm nur bis zur Oberkante der Wand abgeschirmt würde. Im Bereich Greencity mit den mehrstöckigen Gebäuden hätte die Massnahme keinen nennenswerten Effekt gehabt.

Welche Lärmschutzmassnahmen werden bei Bauprojekten allgemein ergriffen?

Generell werden die Auswirkungen eines Projekts auf die Lärmsituation der Umgebung bereits in der Planungsphase untersucht, wobei man zwischen der Bauphase (während der Bauarbeiten) und der Betriebsphase (nach Bauabschluss) unterscheidet. Nur Projekte, die die gesetzlichen Vorgaben in Bezug auf Lärm einhalten, können auch bewilligt werden.

Bereits im Baubewilligungsverfahren werden Massnahmen zur Lärmreduktion bzw. -minimierung in der Bauphase festgelegt. Zu diesen Massnahmen zählen unter anderem die Wahl der Bauverfahren (z.B. Bohren statt Rammen), die Optimierung baulicher Abläufe und die Einhaltung von festgelegten Arbeitszeiten, das Prüfen provisorischer Abschirmungen, die Einhaltung von Schallleistungspegeln bei den zum Einsatz kommenden Maschinen und Geräten sowie eine frühzeitige Orientierung der Lärmbetroffenen.

Erneuerung Haltestelle Manegg verlängerte Nachtpause